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Kein Bier auf Wein? Was wirklich hinter den Redewendungen rund ums Bier steckt

Redewendungen rund ums Bier sind in aller Munde. Warum man kein Bier auf Wein trinken sollte und wann Hopfen und Malz verloren ist, erklärt unser Meister Gscheidle.

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Menschen stoßen mit Bier und Wein an.
Bier-Mythen in Redewendungen: Verhindert die Reihenfolge erst Bier, dann Wein tatsächlich einen Kater?

Man sagt, dass man an den Redewendungen einer Kultur ihre Seele erkennen kann, also das, was ihr wichtig ist. Kein Wunder also, dass im Deutschen viele Sprichwörter zum Bier exisitieren – wir mögen unseren Gerstensaft halt! Nur: Was bedeuten diese Redewendungen, in denen teilweise auch Bier-Mythen enthalten sind, eigentlich? Und wie sind sie entstanden?

Unser Meister Gscheidle aus der Familienbrauerei weiß es natürlich! Er klärt euch auf dem Bierblog auf – über Redewendungen, Sprichwörter und Bier-Mythen, allerhand Wissenswertes zu unserem Lieblingsgetränk und natürlich der Marke Schwaben Bräu. Aufgepasst also!

Klärt über Redewendungen rund ums Bier auf: Meister Gscheidle.
Meister Gscheidle klärt über Redewendungen und Sprichwörter, Bier-Mythen und allerhand Wissenswertes rund ums Bier auf.

Redewendung 1: „Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier, das rat‘ ich dir.“

Bier und Wein
Was ist dran an „Kein Bier auf Wein“?

Den Spruch habt ihr sicher auch schon oft gehört. Klingt wie die Zauberformel für das richtige Trinkverhalten mit Garantie auf ein Kater-freies Erwachen am nächsten Morgen – hat aber leider keinen positiven Effekt: Entscheidend dafür, ob ihr mit oder ohne Brummschädel aufwacht, ist ganz alleine die Menge des konsumierten Alkohols, nicht die Reihenfolge – die Getränke vermischen sich ohnehin im Magen! Es spricht also nichts gegen ein Fläschchen Das Kleine Echte von Schwaben Bräu vor einem Glas Wein.

Was also hat es mit dem angeblichen Ratschlag und Bier-Mythos auf sich? Meister Gscheidle verrät es euch:

Meister Gscheidle

Es geht hier mehr um den gesellschaftlichen Status als um den Alkohol an sich. Dabei müsst ihr wissen, dass in früheren Zeiten Bier eher vom einfachen Volk getrunken wurde, während Wein dem Adel vorbehalten war. „Bier auf Wein“ markiert also den sozialen Abstieg, während „Wein auf Bier“ für den erstrebenswerten Aufstieg in den Adel steht.

Wenn ihr trotzdem auf Nummer sicher gehen wollt, probiert doch einfach unsere alkoholfreien Biere wie Das Alkoholfreie von Schwaben Bräu. Wie alkoholfreies Bier hergestellt wird, lest ihr in diesem Blogbeitrag.

Redewendung 2: „Da ist Hopfen und Malz verloren.“

Tisch mit Bierglas, Hopfendolden und Malz.
Hopfen und Malz – gestern wie heute wichtige Zutaten für ein gutes Bier.
© AdobeStock/printemps

Das große Grausen eines jeden Bierbrauers, denn schließlich sind Hopfen und Malz die entscheidenden Zutaten für jedes Bier! Warum aber sind sie „verloren“?

Meister Gscheidle

Auch dieser Spruch hat eine historische Komponente. Während ihr heute euer Bier in immer gleichbleibend guter Qualität von den Braumeistern der Familienbrauerei Dinkelacker kauft, brauten frühere Generationen ihr Bier meist zu Hause. Wenn dann beim Brauvorgang etwas falsch lief und das Bier verdorben war, musste es weg – und mit ihm die wertvollen Zutaten Hopfen und Malz, denn diese waren dann „verloren“.

Warum gerade Hopfen so ein wertvoller Rohstoff ist, erfahrt ihr in den Beiträgen zum Hopfenanbau und zur Hopfenernte.

Redewendung 3: „Das ist nicht mein Bier!“

Vielleicht habt ihr die Redewendung schon einmal benutzt, wenn ihr jemandem mitteilen wolltet, dass etwas nun wirklich nicht euer Problem ist. Aber wieso ist es „nicht euer Bier“? Hierzu gibt es verschiedene Deutungen. Meister Gescheidle erklärt euch eine der gängigsten:

Meister Gscheidle

Man geht davon aus, dass diese Redewendung vor gut 200 Jahren geprägt wurde – und zwar von Studierenden, bei denen auch damals schon das Bier eine große Rolle spielte (es hat sich also nicht viel geändert seither!). Zeigte ein Student großen „Biereifer“, so war dies ironisch gemeint und zielte auf das Interesse des Hochschülers an feucht-fröhlichen Vergnügungen ab. War dagegen etwas „nicht sein Bier“, so hieß dies in der Sprache der Studierenden einfach, dass er etwas ablehnte oder nichts damit zu tun haben wollte. Und dabei ist es bis heute geblieben.

Redewendung 4: „Da ist wieder jemand ganz schön blau!“

Noch so eine Redewendung, die jeder von uns kennt, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was es mit ihr auf sich hat! Meister Gscheidle kennt die Geschichte dahinter:

Meister Gscheidle

Natürlich ändert niemand im betrunkenen Zustand seine Hautfarbe. Wohl aber waren die Menschen, die früher Stoffe blau gefärbt haben (sogenannte Blaufärber), oft betrunken! Das kam so: Um Stoffe mithilfe der Pflanze Färberwaid zu färben, brauchten die Handwerker im Mittelalter eine Farbstofflösung mit einem bestimmten pH-Wert – und diesen Wert erzielten sie mit ihrem eigenen Urin. Da das Blau besonders schön erstrahlte, wenn viel Alkohol in der Lösung war, tranken die Färber reichlich von diesem und sorgten so für möglichst viel alkoholhaltigen Urin. Die Dorfbewohner aber waren es gewohnt, dass abends „die Blauen“ leicht schwankend durch die Straßen liefen.

Mittelalterliche Färberei mit blauem Stoff im Hintergrund.
Ursprung der Redewendung: Im Mittelalter wurde Stoff mit Färberwaid blau gefärbt – besonders schön wurde das Ergebnis mit alkoholhaltigem Urin.
© AdobeStock/andtam1

Redewendung 5: „Ich hatte einen furchtbaren Hangover.“

Schwankend geht es auch in dieser englischsprachigen Redewendung zu, die seit der gleichamigen Hollywood-Komödie auch bei uns viele kennen. Doch die wenigsten werden wissen, woher der Ausdruck „Hangover“ kommt. Meister Gscheidle klärt auf:

Meister Gscheidle

Mit einem Hangover meint man den Rausch, den die Seeleute früher oftmals vornübergebeugt über einem gespannten Seil an ankernden Schiffen ausschliefen. Diese Seile waren nach einer durchzechten Nacht die billigste Art, seinen Kater auszuschlafen – und trotz allem noch immer angenehmer als auf dem blanken Boden zu nächtigen. Inzwischen muss zwar keiner mehr über einem Seil schlafen, aber wer es einmal erlebt hat, weiß: Auch ein Bett kann nach ein paar Bierchen zu viel ganz schön schwanken!

Wieder was gelernt!

Jetzt hat euch unser Meister Gscheidle die bekanntesten Redewendungen und Sprichwörter rund ums Bier erklärt und dabei mit einem der größten Bier-Mythen „Bier auf Wein, das lass sein“ aufgeräumt. Ihr kennt noch andere Sprüche dieser Art? Schreibt sie in die Kommentare!  

Der Autor

Robert



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2 Kommentare

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  1. Auch der Begriff “ Blauer Montag“ oder “ blau “ machen kommt von den Stofffärbern. Am Wochenende wurden die Stoffe in die Färberflüssigkeit eingelegt und am Montag wurden sie zum Trocknen aufgehängt. Durch den Sauerstoff worden die Stoffe blau und die Färber machten den Tag nichts, nur der Trocknung zuschauen.

    1. Hallo Herr Nestler,
      danke für die Erklärung des „blau“ machens. Ja die Stofffärber hatten seinerzeit einen tollen Beruf.

Hallo, einmal die Ausweise, bitte! Die Website der Dinkelacker Bierblog enthält Informationen zu leckeren alkoholischen Getränken, weshalb wir sicher gehen wollen, dass du über 16 Jahre alt bist.

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