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Blick hinter die Kulissen des Festzelts

Für die Besucher ist es eine große Party, für die Mitarbeiter ein Job, der Höchstleistung erfordert. Wie erleben Kellner, Küchenchefs und Zeltmanager das Volksfest?

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In den Festzelten Wilhelmer’s SchwabenWelt und Klauss&Klauss wird gefeiert und gearbeitet.
Damit die Besucher ausgelassen feiern können, erbringen die Mitarbeiter der Festzelte Höchstleistung.

Mehr als 270 Schausteller, Wirte und Krämermarkthändler tummeln sich zurzeit auf dem Cannstatter Wasen: Noch bis zum 13. Oktober locken Fahrgeschäfte und Bierzelte zur Wasen-Gaudi. Damit die erwarteten rund vier Millionen Besucher ausgelassen und sicher feiern können, sind die Mitarbeiter in den Festzelten fast rund um die Uhr im Einsatz. Sechs von ihnen haben mir verraten, wie ihr Arbeitstag im Dinkelacker Festzelt Klauss&Klauss und in Wilhelmer’s SchwabenWelt abläuft, wie sich das Traditionsfest in den vergangenen Jahren verändert hat und ob sie auch privat auf Volksfestrummel stehen.

Klauss&Klauss: Zeltmanager Valentin Hillengass

Zeltmanager Valentin Hillengass bietet Führungen durch das Dinkelacker Festzelt Klauss&Klauss an.
Zeltmanager Valentin Hillengass kommt morgens als Erster und geht abends als Letzter.
© Karoline Kölmel

Das Volksfest ist für mich der ideale Arbeitsplatz: Ich liebe Feste, Veranstaltungen und Festivals. 2008 habe ich als Kellner im Dinkelacker Festzelt Klauss&Klauss begonnen, heute bin ich Zeltmanager. Das bedeutet, ich komme morgens als Erster und gehe abends als Letzter. Ich kümmere mich um so viele verschiedene Dinge, dass die Stunden wie im Flug vergehen. An einem Tag laufe ich rund 25 Kilometer – da fällt man abends wie ein Stein ins Bett. Da das an allen 17 Veranstaltungstagen so ist, habe ich leider keine Zeit, das Volksfest auch privat zu besuchen. Kurzum: ein spaßiger Knochenjob in einem wirklich guten Team! Und die Wasen-Gaudi mit meinen Jungs hole ich dann einfach beim Frühlingsfest nach. Jetzt freue ich mich aber erst einmal aufs Volksfest und besonders auf meine Führungen „Hinter den Kulissen“, bei der ich in diesem Jahr erstmals Besucher in sonst verschlossene Bereiche „meines“ Festzelts führen darf.

Klauss&Klauss: Küchenchefs Helga und Gert Betz

Helga und Gert Betz sind die Küchenchefs im Dinkelacker Festzelt Klauss&Klauss.
Helga und Gert Betz sind seit 20 Jahren für das leibliche Wohl der Besucher des Dinkelacker Festzelts Klauss&Klauss verantwortlich.
© Karoline Kölmel

Wir arbeiten seit 20 Jahren auf dem Volksfest und das ist jedes Jahr eine spannende Herausforderung. Denn das Fest verändert sich stetig, gerade auch, was die Ansprüche ans Essen angeht. Es werden weniger Hähnchen gegessen, dafür mehr Rostbraten, Sauerbraten und Ente. Vegane und vegetarische Gerichte sind heute Standard, ebenso wie Kennzeichnungen für Allergiker.Trotz dieses gestiegenen Aufwands bei der Deklaration aller Speisen macht uns die Arbeit viel Spaß, auch wenn es ein Knochenjob mit wenig Schlaf ist. Morgens um 7:15 Uhr beginnt unser Arbeitstag mit der Warenannahme und den Vorbereitungen und abends nach Festende um 23 oder 24 Uhr schließen wir die Küche ab. Aber zufriedene Gäste lassen uns diese Strapazen schnell vergessen – wenn wir Zeit hätten, würden wir auch privat aufs Volksfest gehen. Trotz dieses gestiegenen Aufwands bei der Deklaration aller Speisen macht uns die Arbeit viel Spaß, auch wenn es ein Knochenjob mit wenig Schlaf ist. Morgens um 7:15 Uhr beginnt unser Arbeitstag mit der Warenannahme und den Vorbereitungen und abends nach Festende um 23 oder 24 Uhr schließen wir die Küche ab. Aber zufriedene Gäste lassen uns diese Strapazen schnell vergessen – wenn wir Zeit hätten, würden wir auch privat aufs Volksfest gehen.

SchwabenWelt: Kellnerin Kathrin Brückmann

Ich arbeite seit vier Jahren auf dem Volksfest. Allein in dieser Zeit ist die Zahl der Gäste gestiegen und die Kassensysteme sind komplexer geworden. In einem Festzelt zu arbeiten gefällt mir, weil man für die Zeit des Volksfests in eine ganz eigene Welt eintaucht. Ich freue mich immer auf meine Kollegen, zum Großteil trifft man jedes Jahr alte Bekannte, aber auch mit neuen Gesichtern verstehen wir uns immer gut. Die gute Laune der Gäste reißt einen mit! Wir Kellner arbeiten in verschiedene Schichten, meistens beginnen wir um 11 Uhr und dann geht es auch schon direkt los mit den ersten Reservierungen. Nach der Tagschicht reinigt jeder Kellner seine Station und übergibt diese der Abendschicht. Wenn alle Gäste weg sind, sitzen wir meist noch kurz zusammen, gehen dann aber schlafen, denn der nächste Tag wird wieder anstrengend. Zeit, um privat aufs Volksfest zu gehen, bleibt mir nicht, da ich immer arbeite. Wir laufen in den Pausen manchmal über den Platz, essen etwas oder sagen Bekannten Hallo, die in den anderen Zelten arbeiten. Aber oft genießen wir auch einfach nur die Ruhe!

Klauss&Klauss: Reservierungsbüro Tina Betz

Tina Betz ist für die Reservierungen im Dinkelacker Festzelt Klauss&Klauss verantwortlich.
Tina Betz ist verantwortlich für Reservierungen und hilft auch bei kleinen Verletzungen und Dirndl-Pannen.
© Karoline Kölmel

Ich arbeite seit 17 Jahren auf dem Cannstatter Volksfest und mein Job ist seither umfangreicher geworden. Immer mehr Menschen wollen einen Tisch reservieren, inzwischen werden unsere Tische samstags zweimal vergeben, es gibt eine Mittags- und eine Abendreservierung. Ich bereite nicht nur Reservierungsunterlagen für den Versand vor und überprüfe die Zahlungseingänge, sondern bin gleichzeitig auch verantwortlich für die Telefonzentrale, die Kundenbetreuung und -beratung vor Ort und nehme Kritik und Lob der Gäste entgegen. Bei Bedarf fungiere ich auch als Infopoint, gebe Pflaster aus und repariere Lederhosen, Dirndl und Schuhe – ich bin das Mädchen für alles! Da gibt es keine Routine, jeder Tag ist anders. Trotz gelegentlicher unangenehmer alkoholisierter Gäste ist es ein toller Job mit netten Kollegen und Gästen. Aber nach 17 Tagen habe ich genug und möchte nicht privat aufs Volksfest gehen.

Klauss&Klauss: Sandro Klauss, Logistik im Festzelt

Sandro Klauss ist verantwortlich für die Logistik im Dinkelacker Festzelt Klauss&Klauss.
Sandro Klauss sorgt dafür, dass niemand auf dem Trockenen sitzt.
© Karoline Kölmel

Das Volksfest ist Veränderung! Ich arbeite seit 2010 auf dem Cannstatter Volksfest und in dieser Zeit hat es sich enorm verändert. Zelte wurden renoviert, Deko, Licht- und Tontechnik werden jedes Jahr überarbeitet, um die optimale Balance zwischen Tradition und Stimmung zu schaffen. Ich persönlich sorge dafür, dass niemand auf dem Trockenen sitzt: Jeden Morgen checke ich die Bestände der einzelnen Ausschankstellen und Bars, anschließend wird die bestellte Ware angenommen und alle Bars mit vorgekühlter Ware wieder neu bestückt. Außerdem bin ich zusammen mit meinem Vater Dieter Klauss für das komplette Kassensystem und die Abrechnungen des Servicepersonals während und nach dem Fest verantwortlich. Zusätzlich springe ich überall ein wo es „brennt“ oder wo Hilfe gebraucht wird. Kein Tag ist wie der andere! Die täglichen Herausforderungen machen Spaß, aber verlangen mir in den 17 Tagen auch sehr viel ab.

SchwabenWelt: Personalassistentin Radmila Dakic

Ich arbeite seit fünf Jahren in der SchwabenWelt, auf dem Wasen bin ich insgesamt seit 15 Jahren. Seither ist das Fest bunter und größer geworden und meine Arbeit umfangreicher. Aber die Freude und der Spaß sind geblieben! Mir gefällt die besondere Atmosphäre auf dem Festplatz – „Wasenmenschen“ sind von einem eigenen Schlag. Unser Team ist in den letzten Jahren eng zusammengewachsen. Obwohl wir uns immer nur zum Wasen sehen, fühlt es sich trotzdem familiär an. Wir beginnen jeden Tag mit einem gemeinsamen Team-Frühstück. Meine Arbeitszeiten sind überschaubar, von Montag bis Donnerstag bin ich von 9 bis 18 Uhr für die Mitarbeiter die erste Ansprechpartnerin für jegliche Belange, Sorgen und Kummer. Wirklich jeder Tag ist anders und spannend! An den Wochenenden unterstütze ich das Team sehr gerne an den Getränketheken, darauf freue ich mich das ganze Jahr! So habe ich vor 15 Jahren angefangen. Privat war ich schon lange nicht mehr auf dem Volksfest. Aber wenn, dann würde ich mich am meisten auf gebrannte Mandeln, Zuckerwatte und die Losbuden freuen!

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